Marketing
Der Kassenbon als Werbefläche: Was außer den Pflichtangaben draufpasst
Von TaylorCom Softwareentwicklung Lesezeit: 5 Minuten
Seit der Belegausgabepflicht geht jeder Bon an den Kunden. Die meisten landen im Müll, ein Teil in Portemonnaies, Handschuhfach und Einkaufstasche. Die Fläche unter den Pflichtangaben ist damit die günstigste Werbung, die ein Laden hat – wenn dort etwas Sinnvolles steht.
Was auf dem Bon wirklich gelesen wird
Kunden schauen auf einen Bon in zwei Situationen: direkt an der Kasse, um den Betrag zu prüfen, und später, wenn sie etwas umtauschen oder nachkaufen wollen. Darauf sollte der Werbeteil zielen.
- Öffnungszeiten und Telefon. Banal, aber genau das, was jemand zwei Wochen später sucht.
- Umtauschregel in einem Satz. „Umtausch innerhalb von 14 Tagen mit Bon“ – spart Diskussionen und ist kundenfreundlich.
- Ein konkreter Anlass wiederzukommen. Eine Aktion nächste Woche, eine Saison, die bald beginnt, ein neuer Service.
- Ein Hinweis auf die Website – kurz und ohne lange Adresse, wenn möglich mit QR-Code.
Weniger ist mehr
Ein Bon mit zehn Zeilen Werbetext wird nicht gelesen, sondern verlängert nur die Papierrolle. Zwei bis vier Zeilen sind die praktische Obergrenze. Wechseln Sie den Text regelmäßig – ein Hinweis, der seit drei Jahren dasteht, wird irgendwann übersehen.
Gutscheincodes und Wiederkaufanreize
Wirksam ist ein Anreiz mit Ablaufdatum: „Mit diesem Bon 10 Prozent auf Ihren nächsten Einkauf bis Monatsende.“ Er lässt sich an der Kasse leicht prüfen, weil der Bon als Nachweis dient.
Rechnen Sie den Rabatt aber vorher durch – was ein Nachlass auf den Rohertrag bewirkt, zeigt der Beitrag Rabatte an der Kasse. Ein Wiederkaufanreiz, der jeden Kunden betrifft, kostet schnell mehr als gedacht.
Was nicht auf den Bon gehört
- Werbung, die die Pflichtangaben überdeckt oder unleserlich macht.
- Aussagen, die Sie nicht halten können – etwa eine Garantie, die so nicht gilt.
- Fremdwerbung, die Sie inhaltlich nicht prüfen.
Die Pflichtangaben auf dem Kassenbon selbst sind gesetzlich festgelegt und dürfen durch Werbung nicht verdrängt werden. Der Werbeteil gehört deshalb ans Ende, deutlich abgesetzt.
Papier sparen und trotzdem wirken
Wer den Werbetext schmal hält und auf leere Zeilen verzichtet, spart spürbar Thermopapier. Bei einigen hundert Bons am Tag macht eine Zeile weniger im Jahr mehrere Rollen aus.
Fazit
Öffnungszeiten, Umtauschregel, ein konkreter Anlass zum Wiederkommen – mehr braucht der Bon nicht. Kurz, regelmäßig gewechselt und deutlich unter den Pflichtangaben platziert, wird aus einem Pflichtbeleg ein kleines Werbemittel, das ohnehin jeder Kunde mitnimmt.
