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Preise pflegen, ohne den Laden anzuhalten
Von TaylorCom Softwareentwicklung Lesezeit: 6 Minuten
Preispflege ist eine der Aufgaben, die niemand gern macht und die trotzdem direkt auf den Ertrag durchschlägt. Wer Einkaufspreiserhöhungen zu spät weitergibt, verkauft eine Weile unter der eigenen Kalkulation – oft ohne es zu merken.
Der Klassiker: Etikett sagt etwas anderes als die Kasse
Die häufigste Reklamation im Handel ist keine Mangelrüge, sondern ein Preisunterschied zwischen Regal und Kasse. Für den Kunden ist das ärgerlich, für den Mitarbeiter unangenehm, und am Ende geben die meisten den niedrigeren Preis.
Deshalb gehören Preisänderung und Neuauszeichnung zusammen. Eine Preisänderung ist erst fertig, wenn das Etikett am Regal stimmt – nicht, wenn die Zahl im System steht.
Sammeln statt ständig einzeln ändern
Jede einzelne Änderung sofort einzupflegen, kostet unverhältnismäßig viel Zeit. Besser ist ein fester Rhythmus: einmal pro Woche oder zum Monatsanfang alle anstehenden Änderungen gemeinsam einspielen, danach in einem Durchgang neu auszeichnen.
Kommen viele Änderungen auf einmal – etwa eine neue Preisliste des Lieferanten –, ist der Import per Datei der schnellste Weg: Artikelnummer und neuer Preis in einer Tabelle, einlesen, fertig.
Vor jedem größeren Import: eine Datensicherung anlegen und die Datei an wenigen Artikeln probeweise einspielen. Ein vertauschtes Spaltenformat ändert sonst tausend Preise auf einmal – und der Weg zurück ist mühsam.
Nicht jeder Einkaufspreis gehört eins zu eins weitergegeben
Steigt der Einkaufspreis um fünf Prozent, ist die mechanische Reaktion, den Verkaufspreis ebenfalls um fünf Prozent zu erhöhen. Das hält die Marge in Prozent, aber nicht unbedingt den Absatz.
Sinnvoll ist ein Blick auf drei Dinge, bevor Sie anpassen:
- Wie gut verkauft sich der Artikel? Bei einem Dauerläufer wirkt jede Änderung sofort, bei einem Nebenartikel kaum.
- Gibt es eine Schwelle? Der Sprung von 9,95 auf 10,25 wirkt größer als der von 11,50 auf 11,80, obwohl er kleiner ist.
- Wie ist die Marge im Verhältnis zum Sortiment? Manchmal ist es besser, bei einem Signalartikel die Marge zu halten und sie woanders zu holen.
Aktionspreise sauber begrenzen
Aktionen brauchen ein Ende. Ein Aktionspreis ohne hinterlegtes Enddatum bleibt erfahrungsgemäß dauerhaft stehen – und wird irgendwann zum Normalpreis, ohne dass das jemand entschieden hätte.
Notieren Sie zu jeder Aktion den alten Preis. Das klingt banal, aber nach drei Wochen weiß sonst niemand mehr, worauf zurückgestellt werden soll.
Einmal im Jahr: die stillen Artikel ansehen
In jedem Sortiment gibt es Artikel, deren Preis seit Jahren unverändert ist, obwohl der Einkauf mehrfach teurer wurde. Eine Liste nach dem Datum der letzten Preisänderung bringt diese Fälle ans Licht. Oft steckt dort mehr Ertrag als in jeder Aktion.
Fazit
Fester Rhythmus statt Einzelfälle, Auszeichnung als Teil der Änderung, Sicherung vor jedem Import und einmal jährlich ein Blick auf die vergessenen Artikel. Damit bleibt die Preispflege überschaubar – und Ihre Kalkulation aktuell.
